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· aktualisiert am · Andrea Kaden

Dateien richtig benennen: Regeln und Vorlage fürs Team

So findet jeder im Team die richtige Version

Dateien richtig zu benennen heißt: Der Inhalt ist am Namen erkennbar, der Name ist kurz, enthält keine Sonderzeichen und ein Datum nur dann, wenn es etwas bedeutet. Wichtiger als jede einzelne Regel ist aber, dass alle im Team dieselben Regeln nutzen. Dann findet jede und jeder die richtige Datei, ohne nachzufragen.

Die Dateinamen sind die zweite Hälfte einer guten Ablage. Die erste ist die Ordnerstruktur, mehr dazu im Artikel Ordnerstruktur und Aktenplan für kleine Betriebe.

Warum Dateien im Team durcheinandergeraten

In vielen Betrieben gibt es keine Regeln für Dateinamen. Jeder benennt seine Dateien so, wie es ihm gerade sinnvoll erscheint, nach seiner eigenen Logik.

Dazu kommt das Hin- und Herschicken: Wer eine Datei per E-Mail bekommt und etwas ändert, speichert sie unter einem neuen Namen. So entstehen viele Fassungen derselben Datei, und niemand weiß mehr sicher, welche die aktuelle ist. Die Folgen sind lange Suchzeiten, doppelte Arbeit und Fehler, weil jemand mit einer alten Fassung weiterarbeitet.

Zwei Explorer-Fenster mit dem Auftragsordner 2026042 Becker Küche. Links uneinheitlich benannte Dateien wie „Angebot_neu_final2.pdf“, „Scan 0034.pdf“ und „Zeichnung_endgueltig_final-final.dwg“. Rechts einheitlich benannte Dateien, nach Datum sortiert: „260315 Angebot.pdf“, „260402 Aufmaß.xlsx“, „260404 Zeichnung.dwg“, „260408 Materialliste.xlsx“, „260415 Montageplan.pdf“ und „260430 Abnahme.docx“.

Bevor Sie Regeln festlegen

Überlegen Sie zuerst gemeinsam:

  • Welche Arten von Dateien entstehen bei uns, und wie viele?
  • Wer bearbeitet die Dateien?
  • Wer bekommt sie, nur das Team oder auch Kunden und Partner?
  • Wie sollen die Dateien in einem Ordner sortiert sein, nach Datum oder alphabetisch?

Regeln für Dateinamen: So benennen Sie Dateien richtig

Inhalt

  • Kurz, aber aussagekräftig. Der Inhalt muss am Namen erkennbar sein.
  • Überflüssige Wörter weglassen. „Schreiben“, „Brief“ oder „Tabelle“ sagen nichts über den Inhalt.
  • Keine Datei heißt wie ihr Ordner. Der Ordner steht ohnehin im Pfad.
  • Nur gängige Abkürzungen, und diese in Großbuchstaben, zum Beispiel AGB.
  • Das Kürzel der Bearbeiterin oder des Bearbeiters steht am Ende, wenn es wichtig ist.

Schreibweise

  • Leerzeichen statt Unterstriche. Auf Unterstriche und andere Sonderzeichen wie # oder + verzichten Sie.
  • Groß- und Kleinschreibung einheitlich.
  • Vorsicht mit Umlauten, wenn Sie mit Partnern im Ausland arbeiten.

Datum

  • Das Datum steht vorn: Jahr, Monat, Tag. Dann sortiert der Computer die Dateien von selbst in der richtigen Reihenfolge.
  • Sechs oder acht Stellen, aber einheitlich. Sechs Stellen (260315) sind am schnellsten geschrieben, für manche aber gewöhnungsbedürftig. Acht Stellen (20260315) sind leichter zu lesen.
  • Ein Datum nur, wenn es etwas bedeutet. OneDrive, SharePoint, Google Drive und Dokumentenmanagementsysteme speichern, wann eine Datei erstellt und geändert wurde. Ins Datum im Namen gehört deshalb nur, was das System nicht weiß, etwa der Tag einer Veranstaltung oder der Tag, an dem etwas verschickt wurde.
  • Kein Datum bei Dateien, die laufend gepflegt werden, etwa einer Telefonliste.

Versionen

  • Versionsnummern nur noch auf dem klassischen Laufwerk. Dort halten Sie sie einfach: V1, V2 und VF für die endgültige Fassung.
  • In OneDrive, SharePoint und Google Drive braucht es keine Versionsnummer. Diese Systeme speichern jede Fassung im Versionsverlauf, und frühere Stände lassen sich jederzeit wiederherstellen.

Beispiel: Dateinamen in einer Tischlerei

Im Artikel zur Ordnerstruktur hat jeder Auftrag einer Tischlerei seinen eigenen Ordner, zum Beispiel „2026042 Becker Küche“. Darin liegt das Angebot im Unterordner „02 Angebot“.

  • Im Auftragsordner heißt die Datei einfach „Angebot“, auf dem klassischen Laufwerk „Angebot V2“. Auftragsnummer und Kunde stehen schon im Ordnernamen. Soll der Tag des Versands sichtbar sein, steht er vorn: „260315 Angebot“.
  • Geht das Angebot an den Kunden, heißt die Datei „2026042 Angebot Becker Küche V2“. Der Kunde sieht Ihre Ordner nicht. Für ihn muss der Name allein verständlich sein.

Deshalb lohnt es sich, bei den Regeln zwischen Dateien für den eigenen Gebrauch und Dateien für den Versand nach außen zu unterscheiden.

Nach Datum oder alphabetisch sortieren?

  • Nach Datum, wenn sich Dateien nur durch das Datum unterscheiden, zum Beispiel Protokolle einer regelmäßigen Besprechung. Dann steht das Datum vorn: „20260315 Protokoll Teambesprechung“.
  • Alphabetisch, wenn in einem Ordner Dateien zu verschiedenen Personen oder Kunden liegen, zum Beispiel Urlaubsanträge. Dann steht der Name vorn und das Datum dahinter: „Müller 20260507“.

Wer eine Datei als Anhang verschickt, erzeugt eine Kopie. Wer einen Link verschickt, sorgt dafür, dass alle an derselben Datei arbeiten. Das verhindert die Flut an Fassungen und hält die Postfächer schlank.

In OneDrive, SharePoint und Google Drive erzeugen Sie den Link über „Teilen“. Auf dem klassischen Laufwerk können Pfade mit Leerzeichen in E-Mails abgeschnitten werden. Dann hilft es, den Pfad in spitze Klammern zu setzen: < und >.

Sprechen Sie vorher ab, wer eine Datei ändern darf. Auf dem Laufwerk gilt außerdem: Wer die endgültige Fassung verschickt, löscht die alten Fassungen.

Wie KI beim Benennen hilft

Benennungsregeln vorschlagen lassen

KI kann für Ihren Betrieb einen ersten Vorschlag für Regeln zu Dateinamen machen. Beschreiben Sie dafür Ihren Betrieb, Ihre Branche und Ihre Besonderheiten. Eine Anweisung könnte so aussehen:

Wir sind eine Tischlerei mit 20 Mitarbeitenden. Wir fertigen Küchen und Möbel nach Maß und bauen sie beim Kunden ein. Jeder Auftrag hat eine Auftragsnummer. Schlage uns Regeln für Dateinamen vor: kurz, ohne Unterstriche und Sonderzeichen, mit Datum vorn nur dort, wo es etwas bedeutet. Zeige zu jeder Regel zwei Beispiele aus unserem Alltag.

Die Vorschläge sind ein guter Ausgangspunkt. Besprechen Sie sie anschließend im Team, damit alle sie verstehen und mittragen.

Gescannte Belege umbenennen lassen

Gescannte Belege heißen oft nur „Scan 0034“. KI kann den Inhalt lesen und die Dateien nach Ihren Regeln umbenennen, zum Beispiel in „20260315 Rechnung Holzhandel“. Das funktioniert mit Werkzeugen wie Claude Cowork, Codex oder Microsoft 365 Copilot.

Belege enthalten oft Namen, Anschriften und Bankdaten. Nutzen Sie dafür deshalb ein Werkzeug, das in Ihrem Betrieb für solche Daten freigegeben ist.

Die Regeln im Team einführen

  • Gemeinsam entwickeln. Regeln, die mehrere Mitarbeitende mit erarbeitet haben, werden eher angenommen.
  • Erklären, warum. Alle sollten wissen, wie sich ein Dateiname zusammensetzt und warum. Wer eine Regel nicht versteht, hält sich im hektischen Alltag nicht daran.
  • Schriftlich festhalten. Die Regeln gehören an einen Ort, an dem alle sie finden, am besten direkt in die gemeinsame Ablage.

Als Ausgangspunkt gibt es die Regeln aus diesem Artikel als kostenlose Word-Vorlage „Unsere Regeln für Dateinamen“. Die Stellen in eckigen Klammern legen Sie im Team fest, und in die Beispieltabelle tragen Sie Ihre eigenen Dateien ein.

Häufige Fragen

Wie schreibe ich das Datum im Dateinamen?

Vorn, in der Reihenfolge Jahr, Monat, Tag, mit sechs oder acht Stellen: 260315 oder 20260315. Wichtig ist, dass alle im Team dieselbe Schreibweise nutzen. In OneDrive, SharePoint oder Google Drive braucht es ein Datum nur, wenn es etwas bedeutet, etwa den Tag einer Veranstaltung.

Leerzeichen, Bindestrich oder Unterstrich?

Leerzeichen. Auf Unterstriche und andere Sonderzeichen verzichten Sie besser.

Gehört die Versionsnummer in den Dateinamen?

Nur auf dem klassischen Laufwerk, dort mit V1, V2 und VF für die endgültige Fassung. OneDrive, SharePoint und Google Drive speichern alle Fassungen im Versionsverlauf.

Wie lang darf ein Dateiname sein?

So kurz wie möglich. Unter Windows darf der ganze Pfad, also alle Ordnernamen plus Dateiname, rund 260 Zeichen lang sein. Wird er länger, lassen sich Dateien manchmal nicht mehr öffnen oder speichern.

Muss ich alle alten Dateien umbenennen?

Nein. Alte Dateien kommen ins Archiv, neu benannt wird nur, was Sie weiter brauchen. In kleinen Beständen kann KI helfen, die Dateien in die neue Struktur umzuziehen. Bei vielen Altlasten lohnt sich das nicht, denn die wollen Sie ja gerade loswerden.

Unterstützung bei den Regeln

Sie möchten Regeln für Dateinamen gemeinsam mit Ihrem Team entwickeln? In einem Workshop erarbeiten wir sie mit Ihnen, passend zu Ihrem Betrieb und Ihren Werkzeugen. Oder Sie buchen direkt einen Termin für ein erstes Gespräch.